Ruhe lernen

Nicht immer etwas tun müssen – auch das gehört zum Leben eines Border Collies.

Border Collies sind aufmerksam, neugierig und schnell für jede gemeinsame Aktivität zu begeistern. Gerade deshalb finden wir es wichtig, dass sie nicht nur lernen mitzumachen, sondern genauso selbstverständlich wieder abschalten können.

Wie unterschiedlich das aussehen kann, erleben wir gerade sehr schön bei unseren eigenen Hunden.

Zwischen Aktivität und Entspannung

Auch Nichtstun will gelernt sein

Besonders bei einem jungen Border Collie kann schnell der Eindruck entstehen, er müsse ständig ausgelastet werden. Doch nicht jede Unruhe bedeutet automatisch, dass noch mehr Beschäftigung fehlt.

Maya sucht konzentriert im Schnüffelteppich

Beschäftigung darf auch leise sein

Maya ist noch jung und steckt voller Neugier und Energie. Wenn gerade nichts passiert, kommt sie durchaus auf die Idee, sich selbst eine Beschäftigung zu suchen.

Natürlich soll sie etwas erleben und ihre Fähigkeiten einsetzen. Aber nicht jede Beschäftigung muss aus Rennen, Toben oder immer neuen Übungen bestehen.

Ein Schnüffelteppich ist dafür ein schönes Beispiel. Maya sucht, arbeitet mit ihrer Nase und muss sich konzentrieren – ohne dabei immer weiter hochzufahren.

Beschäftigung muss nicht laut und schnell sein, um einen Hund zufrieden zu machen.

Border Collie Junghund bei einer ruhigen Beschäftigung

Und danach passiert einfach nichts

Kleine Suchaufgaben, etwas zum Kauen oder ruhiges Schnüffeln können bei uns genauso zum Alltag gehören wie Spaziergänge, Spiel und gemeinsame Übungen.

Wichtig ist uns aber auch das Danach. Nicht auf jede Beschäftigung muss sofort die nächste folgen.

Denn wenn ein Hund erlebt, dass auf jede Unruhe wieder eine neue Aufgabe folgt, kann er auch lernen, ständig neue Beschäftigung einzufordern.

Manchmal ist die nächste Aufgabe ganz einfach: keine zu haben.

Border Collie Maya schläft entspannt im Sessel

Von allein zur Ruhe kommen

Natürlich helfen wir Maya noch dabei. Klare Abläufe und Ruhezeiten geben ihr Orientierung. Auch ihre Box ist für sie eine Hilfe, besonders nachts.

Das Ziel ist aber nicht, sie ständig zur Ruhe schicken zu müssen. Sie soll selbst lernen: Jetzt passiert gerade nichts – und das ist völlig in Ordnung.

Umso schöner sind die Momente, in denen sie sich inzwischen ganz von allein einen Platz sucht, sich zusammenrollt und schläft.

Dann braucht es kein Kommando und keine weitere Aufgabe.

Border Collie Maya schläft ausgestreckt auf dem Fußboden

Ruhe braucht keinen besonderen Ort

Entspannung findet bei uns nicht nur auf einem bestimmten Hundeplatz statt. Mal schläft Maya im Sessel, mal liegt sie ausgestreckt mitten im Raum.

Gerade das möchten wir erreichen: Ruhe soll irgendwann nichts Besonderes mehr sein, sondern ein ganz normaler Teil des Tages.

Ein Hund darf einfach dabei sein, während um ihn herum Alltag stattfindet – ohne dass sich ständig jemand mit ihm beschäftigt.

Lion schläft entspannt

Lion – aktiv sein und wieder abschalten

Bei Lion sehen wir heute sehr schön, wie selbstverständlich beides nebeneinander bestehen kann.

Wenn wir etwas gemeinsam machen, ist er sofort dabei. Spaziergänge, Spiel, Training oder eine Aufgabe auf unserem Grundstück – Lion arbeitet begeistert mit.

Genauso selbstverständlich kann er danach aber abschalten. Dann liegt er bei uns, schläft oder beobachtet einfach ruhig, was um ihn herum passiert.

Und wenn ich nach einem langen Tag erschöpft bin, scheint er ohnehin genau zu wissen, dass gerade keine Spielrunde gefragt ist. Dann wird aus dem aktiven Border Collie ganz von selbst ein ruhiger Kuschelhund.

Lilly völlig entspannt mit Welpen

Lilly – Ruhe, die einfach da ist

Lilly bringt von sich aus sehr viel Gelassenheit mit. Sie muss nicht bei allem sofort dabei sein, kann beobachten, abwarten und einfach in unserer Nähe liegen.

Natürlich ist auch sie gern aktiv. Aber sie fordert nicht ununterbrochen Beschäftigung ein und lässt sich von Unruhe um sie herum nur selten anstecken.

Besonders wertvoll war diese Eigenschaft auch bei ihren Welpen. Lilly war eine aufmerksame und fürsorgliche Mutter, ohne dabei nervös oder überbesorgt zu sein.

Manchmal lernen junge Hunde Ruhe nicht nur von uns – sondern auch von den Hunden, mit denen sie zusammenleben.

Aktiv sein – und danach einfach Hund sein

Unsere Border Collies dürfen laufen, spielen, lernen und arbeiten. Sie begleiten uns durch Felder und Wiesen, übernehmen kleine Aufgaben und erleben gemeinsam mit uns eine ganze Menge.

Aber unser Alltag besteht nicht aus einem Beschäftigungsprogramm. Es gibt genauso Zeiten, in denen wir arbeiten, Kaffee trinken, etwas im Haus oder Garten erledigen oder einfach zusammensitzen. Dann müssen auch unsere Hunde nichts leisten.

Gemeinsam aktiv sein, wenn es Zeit dafür ist – und genauso selbstverständlich wieder zur Ruhe kommen.
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